AUSGABE 22: Trost
In Krankheit, Schmerz, Verlust und Trauer wollen Leidende getröstet, aber nicht vertröstet werden. Das sinnlose Leid und seine grundlose Ursache nicht mit Mutmaßungen, sondern mit Mutzufuhr zu lindern, ist die Aufgabe für die »Getreuen«, den »Troß« der Traurigen. Daher kommt das Wort »Trost« nämlich. Und von einem radikalen Gottesbild: Die Henne, die panisch herumirrende Küken unter ihre Flügel nimmt. Der Geist Gottes, den die Bibel als »mütterliche Trösterin« beschreibt, kann Energiezufuhr und Befreiung sein, wenn wir es schaffen, beieinander bleibend zu schweigen.

